Frau für Frau – Ein Plädoyer für Deine persönlichen Grenzen

Erfolgskeks_FemaleBusinessEmpowerment

Ja, da lese ich es immer wieder: Frau für Frau! Frauen müssen zusammenhalten! Wir Frauen MÜSSEN einander unterstützen! Wir brauchen einander, helfen einander – sonst gehen wir unter in einer Welt, die auch 2022 immer noch von Männern bestimmt, von Männern dominiert wird.

Frau für Frau – Ein wichtiger Schritt für mehr Frauen in der Öffentlichkeit

Das stimmt! So mancher Netzwerkkontakt „von Frau zu Frau, von Frau für Frau“ hat beide Frauen vorangebracht. Gut so. Women Empowerment, Business Empowerment oder Female Empowerment ist eine gute Sache und so engagiere ich mich auch schon seit 2014 im Rahmen der BMWi-Initiative Frauen unternehmen. Mein Anliegen: Unternehmerinnen sichtbar zu machen, Businessfrauen sichtbar zu machen, jungen Mädchen und Frauen die Option der Selbstständigkeit als gut Alternative zur Cooperate World oder der Wissenschaft aufzuzeigen. 

Ganz klar: Ein Engagement von Frau für Frau. 

Frau für Frau – Die eigenen Erfahrungen waren ein mehrfachen „gegen Frau“

Nun, in den Köpfen (nicht nur der Männer) gibt es dieses Bild der Frauen, die einander durch Lästern und Ausspielen heruntermachen. Die eine, die der anderen die Augen auskratzt. 

Das habe ich so nie erlebt. Nicht immer waren alle Frauen auf meinem Weg die großen Unterstützerinnen, aber, sie waren auch nicht diejenigen, die eine Karriere zu Fall gebracht haben. Der Grund ist so einfach wie gleichzeitig traurig: Sie waren nie diejenigen, die die Entscheidungen getroffen haben. Sie saßen nie in den wichtigen Positionen. Und dann kann man sich vielleicht drum kabbeln, wer dem Chef den Kaffee bringt, das war es dann aber. 

Ansonsten waren es dann eher die Herren, die Frau nicht zugetraut haben sich auf mehr als ein Projekt fokusieren zu können. Die Tatsache, dass Baby und Wissenschaft durchaus zusammenpassen, dass verheiratet sein nicht die Karriere auf Eis legt und dass Frauen sehr wohl langfristig an einem Thema dranbleiben können, die kam oft erst, wenn es zu spät war in den Sinn des entscheidenden Herren. Ist ein paar Jahre her, aber Gespräche mit jungen (schwangeren) Frauen bestätigen es immer wieder aufs Neue. Viel hat sich nicht geändert.

Und deshalb: Ja! Wir Frauen sollten einander definitiv unterstützen!

Frau für Frau: Eine Chefin, die unterstützt und durch ihr Vorbild neue Arbeit möglich macht.

Die erste Frau, die mich direkt unterstützt hat, war Colleen Cavanaugh, meine damalige Chefin an der Harvard University. Ich habe zwei Jahre unter ihrer Führung gearbeitet und dabei für mich und mein weiteres Arbeitsleben so viel mitnehmen können. Eine Frau, die durch ihr Beispiel geführt hat. Ja, sie war auf ihre wundervolle Art chaotisch, manchmal eine ganz schöne Herausforderung für ihre Studierenden…ABER: Sie hat einen Stil von Arbeit geprägt (und das war 2002), der in Deutschland – und auch in deutschen Forschungslaboren zu dieser Zeit quasi undenkbar war. Familie und Forschung unter einen Hut zu bringen, war etwas völlig Normales. Ein echtes „Frau für Frau“. Oder ein viel besseres: Ich habe Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen und ich behandle die tatsächlich gleichberechtigt! Etwas völlig normales, das eben nicht immer normal ist.

Frau für Frau – Auf Biegen und Brechen?

Wieder zurück zu den Damen, die sich einander die Augen ausstechen und die Haare ausreißen! Manchmal gibt es sie. Aber ich würde nicht sagen, dass dies eine spezifisch weibliche Qualität ist. Wenn es darum geht, selbst am besten dazustehen, dann können das die Männer fast noch besser. Wenn es darum geht, fremde Idee schnell zu eigen zu machen und nach draußen, die zu sein, die als Stimme fungiert. Auch hier drehe ich die Hand nicht um: Das ist nicht spezifisch weibliches oder männliches. Das machen alle Menschen sehr gut, denen die Karriere wichtiger ist als der Mensch, den sie gerade ausstechen. Denen es egal ist, wem sie verletzten, Hauptsache sie gewinnen am Ende.

Die gibt es. Frauen wie Männer, Männer wie Frauen. Die wird es auch immer geben.

Die Frage ist: Muss ich mitspielen? Frau für Frau? Wo bleibe ich?

Jeden Kontakt – ob Business oder privat – sollte man so handhaben, dass man selbst bleiben kann. Es gibt bestimmte Grenzen. Wenn die für mich überschritten werden, gibt es immer noch mal eine Schonfrist. Ein „kann mal passieren“. Aber, wiederholt sich eine gewisse Umgangsweise und wird diese – trotz freundlichem darauf hinweisen nicht geändert, dann ist es für mich Zeit diesen Kontakt zu kappen. Das mag nicht immer zum eigenen Vorteil sein. Da gehen vielleicht Businesskontakte verloren. Aber: Ich bleibe ich selbst. Ich habe meine Grenzen. Da bin ich treu zu mir selbst. Und dann ist es egal ob der Kontakt ein weiblicher oder männlicher war. Soll heißen: Frau für Frau zählt dann nicht mehr. 

Zusammenarbeit muss funktionieren. Für beide Seiten. 

Erfolgskeks_Grenzen_Folgen

Deine Grenzen? Kennst Du sie? Kannst du sie einhalten?

Wie sieht es mit Dir aus. Achtest Du auf Dich? Achtest Du auf Deine Grenzen? Weißt Du, wann Dir was zu viel wird? Denke darüber nach. Lass Dich nicht ausnutzen. Bleibe Du selbst.

Probleme? Schreib mich an. Gerne können wir in einem Gespräch über Dein Business, Deine Arbeit und Deine Grenzen sprechen!

Terminbuchung für individuelles Progress Consulting

 

Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

zwölf − sechs =